Dehnungsstreifen und natürliche Lösungen: Das Wichtigste auf einen Blick
Dehnungsstreifen entstehen durch einen Riss der Kollagen- und Elastinfasern infolge einer raschen Dehnung der Haut. Rote Dehnungsstreifen, die sich in der Entzündungsphase befinden, sprechen besser auf natürliche Pflegeprodukte an als weiße, bereits verheilte Dehnungsstreifen. Hagebuttenöl, Sheabutter, Aloe-Vera-Gel und Sanddornöl gehören zu den am besten erforschten pflanzlichen Wirkstoffen, die die Haut nähren, ihre Elastizität unterstützen und die Zellregeneration fördern. Eine regelmäßige Anwendung und sanfte Massage sind entscheidend für die Wirksamkeit dieser Pflegeprodukte.
Schwangerschaft, Gewichtszunahme, Pubertät: Dehnungsstreifen tauchen ohne Vorwarnung auf. Die gute Nachricht: Verschiedene Pflanzenöle und pflanzliche Wirkstoffe haben sich bewährt, um die Haut zu pflegen und diese Streifen zu mildern. Man muss jedoch wissen, welche man wählen und vor allem welche man vermeiden sollte. Denn zwischen den „Wundermitteln“, die im Internet kursieren, und den wirklich hilfreichen Maßnahmen klafft manchmal eine riesige Lücke.
Dehnungsstreifen verstehen
Dehnungsstreifen entstehen, wenn die Haut so schnell gedehnt wird, dass die Elastin- und Stützfasern der Dermis nicht mithalten können. Die Folge: Diese Fasern reißen in der Dermis, der tiefen Hautschicht. Man spricht dabei buchstäblich von inneren Narben.
Die Hauptursachen? Eine Schwangerschaft, schnelle Gewichtszunahme oder -abnahme, die Pubertät oder auch hormonelle Schwankungen (insbesondere Cortisol schwächt die elastischen Fasern). Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle: Bei manchen Menschen bildet die Haut Elastin von geringerer Qualität, wodurch sie anfälliger wird.
Dehnungsstreifen durchlaufen zwei unterschiedliche Phasen. Zunächst sind sie rot oder violett (Entzündungsphase, die Blutgefäße sind erweitert), später werden sie weiß und perlmuttfarben (Narbenphase). In der roten Phase erzielen Pflegeprodukte die besten Ergebnisse, da sich die Haut noch im Regenerationsprozess befindet.
Rote Dehnungsstreifen vs. weiße Dehnungsstreifen: Unterscheiden sich die Behandlungsansätze?
Um ganz ehrlich zu sein: Alte, weiße Dehnungsstreifen lassen sich mit pflanzlichen Wirkstoffen nicht vollständig beseitigen. Es handelt sich dabei um festsitzende Narben. Allerdings können pflanzliche Öle, die reich an essentiellen Fettsäuren sowie den Vitaminen A und E sind, das Hautbild glätten, den Teint vereinheitlichen und diese Streifen deutlich weniger sichtbar machen.
Rote Dehnungsstreifen bieten hingegen eine echte Chance zur Behandlung. In diesem entzündlichen Stadium können heilende, pflegende und entzündungshemmende Wirkstoffe die Zellerneuerung fördern und das Fortschreiten zum weißen Stadium eindämmen. Das pflanzliche Wildrosenöl, das reich an Trans-Retinsäure (einer Form von Vitamin A) ist, gilt oft als Maßstab bei bereits bestehenden Dehnungsstreifen. Aber auch Sanddornöl, das reich an Beta-Carotin (ebenfalls eine Vorstufe von Vitamin A) ist, enthält zudem Omega-7-Fettsäuren, die die Haut tiefenwirksam pflegen.
Ein einfacher Anhaltspunkt: Wenn Ihre Dehnungsstreifen noch farbig sind, greifen Sie zu den passenden Produkten. Sind sie bereits weiß, sind Geduld und regelmäßige Anwendung Ihre besten Verbündeten.
Pflanzliche Öle, die Dehnungsstreifen mildern
Nicht alle Pflanzenöle sind gleich wirksam gegen Dehnungsstreifen. Hier sind diejenigen, die überzeugende Vorteile bieten:
- Pflanzliches Wildrosenöl: Dank seines hohen Gehalts an Trans-Retinsäure ist es ein hervorragendes Mittel gegen weiße oder ältere Dehnungsstreifen. Tragen Sie morgens und abends einige Tropfen auf die betroffenen Stellen auf und massieren Sie es sanft ein. Achtung: Dieses Präparat ist oxidationsempfindlich; bewahren Sie es lichtgeschützt auf.
- Mandelöl: Es besteht zu etwa 70 % aus einfach ungesättigten Fettsäuren und verleiht der Haut neue Elastizität. Valentine Cabanel, Heilpraktikerin und Doktorin der Pharmazie, betont: „Es ist eine hervorragende Grundlage, die keinen Fettfilm auf der Hautoberfläche hinterlässt.“ Studien zeigen, dass seine vorbeugende Wirksamkeit deutlich zunimmt, wenn es mit einer regelmäßigen Massage kombiniert wird.
- Sanddornöl: Hier wird es spannend. Der Sanddorn ist eine der vier Früchte weltweit, die Omega-7-Fettsäuren enthalten, deren Struktur dem menschlichen Hauttalg am ähnlichsten ist. Omega-7-Fettsäuren sind bekannt für ihre hautregenerierenden Eigenschaften. Laut der Fachzeitschrift Phytothérapie (Vernet, 2006) „bestätigen sowohl die Volksweisheit als auch aktuelle Forschungsergebnisse den Nutzen von Sanddornöl für den Schutz und die Regeneration von Haut und Schleimhäuten“. Die Sanddornbeere enthält zudem zehnmal mehr Beta-Carotin als eine Karotte und viermal mehr Vitamin E als Sonnenblumenöl: zwei Antioxidantien, die die Hautfasern schützen.
- Arganöl: Es wirkt pflegend und antioxidativ und eignet sich als Basis für ein selbstgemachtes Peeling (gemischt mit feinem Zucker), das die Zellerneuerung an strapazierten Hautstellen anregt.
Im Vergleich dazu ist das oft erwähnte Rizinusöl laut Valentine Cabanel bei Dehnungsstreifen nicht wirksam: „Es ist vor allem ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Öl, das bei lokalen Schmerzen und für das Haarwachstum von Nutzen ist.“
Sheabutter, Aloe-Vera-Gel und andere pflanzliche Wirkstoffe
Neben den Ölen gibt es noch weitere Produkte, die Ihre Aufmerksamkeit verdienen:
- Sheabutter: Ihre Harzester machen die Haut geschmeidig, während ihr Vitamin-C-Gehalt die Hautfasern schützt.
- Aloe-Vera-Gel: Die Kombination aus Aloe-Vera-Wasser, Mineralien (Kupfer, Zink), den Vitaminen C und A sowie Polysacchariden sorgt für eine Synergie, die die Bildung von Stützfasern lokal anregt.
- Centella asiatica (Cica): Dieser Wirkstoff wird in der Fachliteratur regelmäßig für seine Rolle bei der Synthese von Hautfasern erwähnt, auch wenn die Zahl der Studien, die sich speziell mit Dehnungsstreifen befassen, nach wie vor begrenzt ist.
Und was ist mit Mitteln, die nicht wirken? Zitronensaft spendet der Haut keine Feuchtigkeit und kann in der Sonne zu Flecken führen. Tigerbalsam, der aus wärmenden ätherischen Ölen besteht, hat laut Valentine Cabanel „keinerlei Nutzen bei Dehnungsstreifen“. Kurkuma hat zwar entzündungshemmende Eigenschaften, zeigt aber bei der Anwendung auf der Haut bei diesen Streifen kaum Wirkung.
Welche Lösungen sind während der Schwangerschaft sicher?
Für Schwangere gilt eine einfache Regel: Von ätherischen Ölen wird während der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten. Reine Pflanzenöle (Mandel-, Hagebutten- und Sanddornöl) sowie Sheabutter sind hingegen während der Schwangerschaft unbedenklich.
Während der Schwangerschaft richtet sich die Wahl eines natürlichen Öls gegen Schwangerschaftsstreifen nach einigen einfachen Kriterien. Bevorzugen Sie Formulierungen, die reich an Omega-7 und Vitamin E sind und keine ätherischen Öle oder hormonaktiven Substanzen enthalten. Die Anwendung bereits ab dem ersten Trimester, morgens und abends auf leicht feuchter Haut, maximiert die Vorbeugung, indem sie die Hautelastizität unterstützt, noch bevor Dehnungsstreifen sichtbar werden.
Abgesehen von Schwangerschaftsstreifen erfordert die Schwangerschaft, dass man seine gesamte Kosmetiktasche neu überdenkt. Bestimmte gängige Wirkstoffe (Retinoide, chemische Sonnenschutzfilter, Parabene) durchdringen die Hautbarriere und stellen ein Risiko für das Baby dar. Wenn man sich während der Schwangerschaft Zeit für die Auswahl seiner Kosmetikprodukte nimmt, kann man endokrine Disruptoren vermeiden und gleichzeitig wirksame Pflegeprodukte auf Basis reiner Pflanzenöle verwenden.
Immer mehr Hebammen empfehlen Sanddornöl während und nach der Schwangerschaft. Laut einem Fachbuch über diese Beere „kann die regelmäßige und langfristige Anwendung von Sanddornöl Schwangerschaftsstreifen nach ein bis zwei Monaten beseitigen“ (Luetjohann, L’argousier : fruit énergétique, huile bienfaisante, Medicis, 2002).
Sanddornöl und Omega-7-Fettsäuren: ein wenig bekanntes Mittel gegen Schwangerschaftsstreifen
Omega-7 (Palmitolsäure) ist das Lipid, dessen Struktur dem menschlichen Hauttalg am ähnlichsten ist. Da es die Haut pflegt, ohne sie zu fetten, eignet sich dieser Wirkstoff besonders gut zur Behandlung von Dehnungsstreifen. Sanddorn enthält eine mindestens 20-mal höhere Konzentration davon als andere bekannte pflanzliche Quellen.
„Secret Sublimant“ von Maison de l’Argousier ist ein Trockenöl, das aus Bio-Sanddornbeeren hergestellt wird, die durch ein enzymatisches Verfahren (ohne Lösungsmittel oder Erhitzen) extrahiert werden, um die Omega-3-, 6-, 7- und 9-Fettsäuren, das Beta-Carotin und das Vitamin E vollständig zu erhalten. Die Rezeptur enthält weder endokrine Disruptoren noch ätherische Öle. Sein herausragender Vorteil: Es pflegt die Haut intensiv und reguliert gleichzeitig die Talgproduktion, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Morgens und abends auf die zu Dehnungsstreifen neigenden Hautpartien aufgetragen, trägt es dazu bei, die Haut tiefgehend mit Feuchtigkeit zu versorgen und ihre Elastizität zu unterstützen.
Das Richtige tun: Massage und Regelmäßigkeit
Am besten beginnen Sie bereits im ersten Schwangerschaftsmonat mit der Anwendung, noch bevor sich die Haut merklich dehnt. Die Elastizität der Haut sollte schon im Vorfeld gestärkt werden. Denken Sie daran, die Anwendung auch noch zwei Monate nach der Entbindung fortzusetzen, um die Rückbildung des Gewebes zu unterstützen.
Kein Öl wirkt Wunder, wenn man es nicht regelmäßig anwendet. Fünf Minuten täglich reichen aus: Tragen Sie Ihr Pflanzenöl mit kreisenden Streichbewegungen auf. Diese Massage regt die Mikrozirkulation und die Bildung von Stützfasern an.
Aber Vorsicht: Bei roten Dehnungsstreifen in der Entzündungsphase sollten Sie die Rollmassage vermeiden. Die elastischen Fasern sind gerade dabei zu reißen, und eine zu kräftige Massage könnte die Mikrorisse verschlimmern. Wenden Sie diese Technik daher nur bei Cellulite an.
Ein Profi-Tipp: Massieren Sie die Haut nach einem lauwarmen Bad ein, wenn die Poren geöffnet sind und die Haut die Wirkstoffe besser aufnehmen kann.
Ein Etikett lesen: Naturprodukte von Greenwashing unterscheiden
Ein letzter Punkt, und zwar ein ganz wichtiger für euch als aufgeklärte Skeptiker: Wie erkennt man ein wirklich hautfreundliches Produkt gegen Schwangerschaftsstreifen? Schaut euch die INCI-Liste an (die vorgeschriebene Inhaltsstoffangabe auf der Rückseite des Produkts). Die ersten Inhaltsstoffe machen den größten Anteil der Formel aus. Wenn „Aqua“ an erster Stelle steht, gefolgt von einer langen Liste synthetischer Bezeichnungen, habt ihr es mit einem klassischen Produkt zu tun, das sich nur grün gibt.
Achten Sie auf lateinische Pflanzennamen am Anfang der Liste (Prunus amygdalus dulcis oil für Mandelöl, Hippophae rhamnoides für Sanddornöl). Seien Sie vorsichtig bei Cremes, die mit „mit Öl aus …“ beworben werden, aber nur 1 % davon enthalten. Ein Mindestanteil von 96 % pflanzlicher Inhaltsstoffe, klinische Tests unter dermatologischer Aufsicht und die Rückverfolgbarkeit der Herkunft sind zuverlässige Qualitätsindikatoren. All diese Kriterien erfüllt die Maison de l’Argousier gewissenhaft!
Häufig gestellte Fragen zu Dehnungsstreifen und natürlichen Lösungen
Wie lassen sich Dehnungsstreifen auf natürliche Weise beseitigen?
Dehnungsstreifen verschwinden nie ganz, aber ihr Erscheinungsbild lässt sich deutlich mildern. Rote Dehnungsstreifen sprechen besonders gut auf pflanzliche Öle an, die reich an essentiellen Fettsäuren sind (Hagebutten-, Sanddorn- und Mandelöl), die morgens und abends mit einer sanften Massage aufgetragen werden. Bei weißen Dehnungsstreifen ist eine regelmäßige Anwendung über mehrere Monate hinweg unerlässlich. Die Kombination aus einem vitamin-A-reichen Öl und einem wöchentlichen Peeling hilft, das Hautbild zu glätten.
Was ist Omas Hausmittel gegen Schwangerschaftsstreifen?
Das am besten belegte Rezept besteht darin, die betroffenen Stellen täglich mit naturbelassener Sheabutter oder Mandelöl einzureiben, idealerweise nach einem lauwarmen Bad. Man kann einige Tropfen pflanzliches Hagebuttenöl hinzufügen, um die regenerierende Wirkung zu verstärken. Vermeiden Sie hingegen Zitronensaft (Gefahr von Flecken bei Sonneneinstrahlung) und Tigerbalsam (keine Wirkung auf Dehnungsstreifen).
Welche Pflanze hilft gegen Dehnungsstreifen?
Die Sanddornbeere (Hippophae rhamnoides) zeichnet sich durch ihren außergewöhnlich hohen Gehalt an Omega-7 aus, dem Lipid, das dem menschlichen Hauttalg am ähnlichsten ist. Aloe Vera unterstützt dank ihrer Synergie aus Mineralien und Vitaminen die Produktion von Hautfasern. Centella asiatica wird ebenfalls für ihre Eigenschaften bei der Synthese von Bindegewebe geschätzt. Innerlich eingenommen liefert Ackerschachtelhalm Kieselsäure, die das Hautgewebe stärkt (für Schwangere nicht empfohlen).
Was ist das wirksamste Mittel gegen Dehnungsstreifen?
Es gibt kein Allheilmittel. Der umfassendste Ansatz kombiniert eine wirkstoffreiche äußerliche Pflege (Sanddornöl, Wildrosenöl oder Sheabutter), eine regelmäßige Massage (5 Minuten täglich) und einen gesunden Lebensstil (ausreichende Flüssigkeitszufuhr, eine Ernährung reich an Vitamin C und Zink). Je früher die Dehnungsstreifen behandelt werden – also im roten Stadium –, desto besser sind die Ergebnisse.
Wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen lediglich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, insbesondere während der Schwangerschaft oder Stillzeit.
Quellen und Literaturangaben
- Vernet A., „Die Sanddornbeere (Hippophae rhamnoides L.)“, Phytothérapie, Bd. 4, S. 125–129, 2006. Link zur Studie
- Luetjohann S., Sanddorn: Energiefrucht, wohltuendes Öl, Medicis, 2002.
- Valentine Cabanel, Heilpraktikerin und Doktorin der Pharmazie, zitiert im „Journal des Femmes Santé“. Link zum Artikel